[SBG] Die scheinheilige Allianz verscheuchen
Verfasst von anarkts unter Demonstrationen, Feminismus; Gender- und Geschlechterpolitik, rabatz am 2010/11/14
Aufruf zur Gegenkundgebung gegen die frauenfeindliche „Mahnwache“ der AbtreibungsgegnerInnen um HLI, Jugend für das Leben und Co. am 11. Dezember 2010 beim Salzburger Landeskrankenhaus.
Diesen Tag streichen sich Feministinnen und andere fortschrittlich denkende Menschen schon jetzt vorsorglich im Kalender an: am 11. Dezember werden reaktionäre Abtreibungsgegner_innen wieder eine „Mahnwache“ vor dem LKH veranstalten. Unter dem Vorwand abgetriebener “Kinder”1 zu gedenken, versuchen sie Frauen, die über ihren eigenen Körper bestimmen wollen, als Mörderinnen abzustempeln.
Das werden wir selbstverständlich nicht unwidersprochen hinnehmen
– wir rufen zur (pro-)feministischen Gegenkundgebung auf!
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Mobivideo zum antifa actionday
Verfasst von anarkts unter Antifa, Antimilitarismus, Demonstrationen am 2010/11/04
[muc] Aufruf der antifa nt zum Antifa-Actionday 13.11.10
Verfasst von anarkts unter Antifa, Antimilitarismus, Demonstrationen am 2010/10/29
Am 13. November 2010 wird in München zum zweiten Mal der Antifa Actionday stattfinden. Anlass hierfür ist der mittlerweile dritte Versuch von Nazis einen so genannten „Heldengedenkmarsch“ durchzuführen. Wir wollen an diesem Tag mit einer Demonstration gemeinsam antifaschistische, linksradikale Inhalte auf die Straße tragen und jeglicher Verherrlichung des Nationalsozialismus und der Verdrehung der Geschichte unseren entschiedenen Widerstand entgegensetzen.

Heldenverklärung und Geschichtsrevisionismus
Die Nazis wollen mit ihrem Aufmarsch die Soldat_innen¹ von Wehrmacht und SS-Truppen als „Helden“ darstellen und deren Taten relativieren beziehungsweise als „Heldentum“ beweihräuchern. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sie ihren geplanten Aufmarsch als „Heldengedenken“ titulieren und mit dieser Benennung ganz gezielt an dessen nationalsozialistische Tradition anknüpfen, wobei sie mit den deutschen Armeen eine der zentralen Säulen des nationalsozialistischen Deutschlands glorifizieren.
Hierbei bedienen sie sich verschiedener Strategien:
So sollen die Verbrechen der Nazis relativiert werden, indem die Einzigartigkeit des Ausmaßes und die spezifische Verfasstheit in Zweifel gezogen werden. Dazu werden sie mit anderen historischen Ereignissen auf eine Ebene gestellt. Exemplarisch hierfür ist die von der extremen Rechten oft verwendete Bezeichnung „Bombenholocaust“ des alliierten Bombardements Dresdens im Jahr 1945. Der industrielle Massenmord an Millionen Menschen wird in zynischer Weise mit den Kriegseinsätzen der Alliierten, die den Nationalsozialismus letztendlich beendeten, gleichgesetzt.
Des weiteren soll durch die schlichte Leugnung von Fakten, Taten und Ereignissen die Geschichte verdreht werden. So vertreten Nazis auch heute noch die abstruse These, dass Deutschland den Zweiten Weltkrieg nicht begonnen habe. Auf dem so genannten „Nationalen Antikriegstag“ wird seit einigen Jahren in Dortmund von Nazis allen Ernstes noch die Propaganda des „Verteidigungskrieges gegen Polen“ verbreitet. Zentral ist außerdem die Verharmlosung des Holocaust, bei dem beispielsweise die Opferzahlen massiv heruntergelogen werden. Dies geht hin bis zur kompletten Leugnung des Geschehenen.
All diese Strategien laufen letztendlich auf das gleiche Ziel hinaus. Am Ende sollen historische Tatsachen so weit verdreht sein, dass der Aggressor Nazideutschland als das eigentliche Opfer des Zweiten Weltkrieges erscheint. Nicht ohne Grund ist Geschichtsrevisionismus seit Jahren eines der beliebtesten Betätigungsfelder von Nazis und anderen Rechten in Deutschland. Über diesen Versuch des Reinwaschens soll letztendlich der Nationalsozialismus als Ganzes rehabilitiert werden, um ihn auch im Hier und Jetzt wieder als denk- und umsetzbar präsentieren zu können. So bezieht sich der Geschichtsrevisionismus der Nazis nicht nur auf die Vergangenheit, sondern hat in seiner Konsequenz auch für heute politische Ziele.
Diese Auffassungen der Nazis haben relativ wenig mit deren angeblicher oder tatsächlicher geschichtlicher Unkenntnis zu tun. Deswegen ist es auch mehr als müßig zu meinen, dagegen einzig mit dem Aufzeigen der korrekten Fakten vorgehen zu können. Wahnhaft irrationale Weltanschauungen, wie die der Nazis, sind in ihrer Konzeption obendrein relativ resistent gegen von außen herangebrachte auf Vernunft basierende Argumentationen und Faktenlagen. Antifaschismus muss diese Ideologien als das begreifen und angreifen, was sie sind: Real wirkmächtige, politische Projekte und eben kein rein „falsches Wissen“.
Deutscher Militarismus
Das Abfeiern deutschen „Soldatentums“ ist in diesem Kontext sowohl Ausdruck als auch Mittel zur Festigung und Durchsetzung nationalsozialistischer Ideologiefragmente. Die deutschen Armeen waren nicht nur für die kriegerische Politik Deutschlands notwendig. Männliche Soldaten waren die gesellschaftliche Vorbildrolle schlechthin im Nationalsozialismus.
Von Partei bis hin zur Jugenderziehung in Hitlerjugend (HJ) und Bund deutscher Mädel (BDM), vom Kulturbetrieb bis zur Alltagssprache waren so gut wie alle gesellschaftlichen Institutionen nach militärischem Vorbild aufgebaut und daran ausgerichtet. Das Prinzip des Kampfes und des Krieges hatte grundlegende Bedeutung.
Die Welt durch eine klare Grenzziehung zwischen „Wir-Gruppe“ und „den Anderen“ einzuteilen ist ein Kernelement von Ungleichheitsideologien wie dem Nationalsozialismus. Beim Militär findet diese zweigeteilte Logik ihren Ausdruck im Denken in „Kameraden“ und „Feinden“ ². Ein Dazwischen gibt es nicht.
Militarismus findet sich nicht nur bei Nationalsozialist_innen. Zwar ist die Wehrmacht beim Gros der hiesigen Bevölkerung nicht mehr allzu hoch angesehen, aber militärische Tugenden finden dennoch ein nicht unerhebliches Echo. Männlichkeitskult, Disziplin oder Gehorsam bestimmen nicht nur die Naziszene oder die Bundeswehr sondern weit mehr gesellschaftliche Bereiche. Der so genannte „Volkstrauertag“, der den Nazis als Anlass zu ihrem Marsch dient, ist trotz der teilweise gezogenen Verbindungslinien und Kontinuitäten zu Wehrmacht und SS zwar eine militaristische und nationalistische, aber keineswegs eine allein nazistische Veranstaltung. Erstmals 1922 zur Glorifizierung der „deutschen Soldaten“ des ersten Weltkrieges durchgeführt – 1934 von den Nazis zum „Heldengedenken“ erweitert – wird dieses Spektakel in der BRD seit 1952 wieder offiziell begangen. Undifferenziert soll mit Kranzabwürfen und einer „Feierstunde“ im Bundestag pauschal der Opfer von Krieg und Gewalt gedacht werden. Die Grenzen zwischen Opfern und Täter_innen werden hierbei gänzlich außer Acht gelassen. Ziel dieser Veranstaltung ist es auch, mit dem Verweis auf die Geschichte deutscher Armeen, deren gegenwärtige Taten zu legitimieren und deren Positionen zu stärken. Der „Volkstrauertag“ ist nach wie vor integraler Teil militaristischer Diskurse und Praxen in Deutschland.
Konkret führt Deutschland seit 1999 wieder weltweit Krieg. Damit einher geht dessen ideologische Festigung und die Militarisierung der Gesellschaft. An den meisten Schulen und Ausbildungsstätten kann die Bundeswehr ungestört auf Werbefeldzug gehen und seit dem G8-Gipfel in Heiligendamm auch wieder im Inneren eingesetzt werden. Seit Jahren finden vermehrt „Gelöbnis“ genannte, öffentliche Vereidigungen neuer Rekrut_innen statt, um deren Rückhalt in der Bevölkerung zu stärken. Und dass die paramilitärische Organisation „Frontex“ an den EU-Außengrenzen versucht, Migration zu „managen“ ist eine weitere Facette zunehmender Militarisierung der Zustände.
Militär und Männlichkeit
Es greift zu kurz, Militarismus ohne den Bezug auf den Faktor Geschlechtlichkeit zu kritisieren. Geschlechter sind nichts naturgegebenes; sie sind sozial konstruiert, von Menschen gemachte Verhältnisse. Heutige Vorstellungen von „männlich“ und „weiblich“ sind zweigeteilt, Menschen sollen hiernach entweder „Männer“ oder „Frauen“ sein. Beiden werden gegenteilige Eigenschaften zu- beziehungsweise abgesprochen. Durch die Einteilung in „Männer“ und „Frauen“ werden alle Menschen in ein Hierarchiesystem gestellt. Hinzu kommt, dass es nichts außerhalb dieser Logik geben soll. Menschen, die den herrschenden Geschlechterlogiken nicht entsprechen oder nicht entsprechen wollen erfahren dafür mitunter massive gesellschaftliche Sanktionierungen.
Das Militär ist eine spezifische Form männlicher Zurichtung. Ihm unterliegen klar als „männlich“ konstruierte Eigenschaften, wie Macht, Dominanz, Härte, Disziplin und Gehorsam, männerbündelnde Kameradschaften, (waffen-)technologisches Expertentum und aggressiv-gewalttätiges Verhalten.
Der Faktor der Männlichkeit beim Militär ist auch an dessen Kehrseite erkennbar. So wird Kriegsdienstverweigerung häufig mit „unmännlichen“ Attributen, wie Feigheit, Inkonsequenz oder Schwäche dargestellt. Ebenso waren und sind sexualisierte Gewalt und Krieg immer miteinander verbunden. Kein Krieg findet ohne systematische Übergriffe und Vergewaltigungen statt. Und nicht erst seit den Folterungen von Abu Ghraib kommt es zu sexualisierter Gewalt gegen Gefangene als Mittel zur Erniedrigung und Unterwerfung.
Normative Vorstellungen von Männlichkeit sind nichts Statisches. Sie stehen innerhalb diskursiver Felder und sind stetigen internen – mal kleineren, mal größeren – Wandlungen unterworfen. Es gibt verschiedene Vorstellungen dessen, was als „männlich“ gelten darf, die teilweise auch in Konkurrenz zueinander stehen. So sind die stetig abnehmenden Zahlen derer, die sich bei der Bundeswehr verpflichten, sicherlich kein Indiz dafür, dass die hiesigen Verhältnisse weniger patriarchal geworden sind. Krieg wurde und wird auch nicht ausschließlich von „Heteromännern“ geführt (siehe dazu Fußnote 1) und Frauen dürfen jetzt auch den „Dienst an der Waffe“ tun. Dennoch sind die zugrunde liegenden Prinzipien und Machtstrukturen trotz verschiedener Wandlungen immer noch männlich-patriarchal.
Antimilitaristische Praxis muss gegen die konkreten Ziele, Institutionen und Organisationen ebenso vorgehen wie gegen deren elementare Prinzipien wie eben Männlichkeit und das mit dem Blick auf Transformation, Wechselwirkungen und Widersprüche.
Antifa feat. Gesellschaftskritik
Als emanzipatorische Linke gehen wir gegen Nazis vor, weil sie, neben der realen Gefahr die von ihnen ausgeht, so ziemlich all unseren Vorstellungen eines schönen Lebens diametral entgegenstehen. Unsere Ablehnung macht sich nicht daran fest, dass Nazis eine Abweichung des bürgerlich-demokratischen Mainstreams seien oder damit dem „Standort Deutschland“ schaden. Nazis entstammen diesen gesellschaftlichen Verhältnissen, mit denen wir als Linke tagtäglich im Konflikt stehen. Sie sind nicht davon losgelöst.
Nun leben wir momentan definitiv nicht in faschistischen Zuständen, doch Ideologien wie Rassismus, Antisemitismus oder Heteronormativität durchziehen und bestimmen auch diese Gesellschaft ebenso wie die kapitalistische Verwertungslogik Menschen weltweit von ökonomischer und gesellschaftlicher Teilhabe ausschließt. Deutschland schiebt ab und führt Krieg, antisemitische Stereotype sind weit verbreitet, in Folge der Sarrazin-Debatte formiert sich gerade ein Diskurs mit übelst rassistischer Hetze und nicht nur bei Aufmärschen von christlichen Fundamentalist_innen finden sich sexistische Gesellschaftsbilder. Nazis müssen Vorstellungen sozialer und politischer Ungleichheit nicht neu erfinden, diese sind für kapitalistische Gesellschaften konstitutiv. Sie knüpfen an gesamtgesellschaftliche Diskurse an und radikalisieren diese. Somit wird Antifaschismus erst mit diesem Blick aufs Ganze konsequent und weit mehr als Symptombekämpfung.
In diesem Sinne:
Kommt alle am 13. November nach München zur antifaschistischen, linksradikalen Demonstration.
Gegen Naziaufmarsch, Militär und kapitalistischen Normalbetrieb!
Für eine befreite
Gesellschaft!
Antifa-Demo: 10:30 Platz der Opfer des Nationalsozialismus
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¹Um symbolisch Raum zu lassen für Menschen, die sich in der zweiseitigen Geschlechterkonstruktion in „Männer“ und „Frauen“ nicht wiederfinden, verwenden wir durchgängig die Schreibweise mit Unterstrich. Wir schreiben hier bewusst „Soldat_innen“, weil es in Wehrmacht, SS und sonstigen Militäreinheiten auch Frauen gab – freilich zumeist in niedrigeren Dienstgraden. Sie waren nicht nur in der zivilen Unterstützung oder als Arbeiterinnen in der Waffenproduktion und -lieferung tätig, sondern auch als Teil der uniformierten, kämpfenden Truppen aktiv, zum Beispiel als KZ-Aufseherinnen.
²Diese in Anführungszeichen stehenden Begriffe beschreiben keine realen Personen. Daher benutzen wir hier auch keine gegenderte Sprache.
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für weitere Infos check: www.actionday.tk
My Body My Choice – Abtreibung ist Frauenrecht!
Verfasst von anarkts unter Demonstrationen, Feminismus; Gender- und Geschlechterpolitik am 2010/10/03
http://www.youtube.com/watch?v=9S3T3oylkDc&feature=player_embedded
[muc] Antifa Actionday 2010
Verfasst von anarkts unter Antifa, Antimilitarismus, Demonstrationen am 2010/09/23
Für den 13.11.2010 mobilisieren bayrische Neonazigruppen zu einem sogenannten „Heldengedenkmarsch“ durch München. Nach 2008 und 2009 ist dies ihr dritter Anlauf, anlässlich des nationalsozialistischen „Heldengedenktags“ in München zu demonstrieren.
Dadurch sollen Wehrmachts- und SS-Soldat_innen* zu „Helden“ verklärt und deren Verbrechen relativiert werden. Doch das werden wir nicht zulassen.
Geschichtsrevisionismus z.B. die Verfälschung historischer Tatsachen war schon immer eines der attraktivsten Betätigungsfelder der Neonazis, wie bei den „Heldengedenkmärschen“, dem Naziaufmarsch am Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus am 08. Mai diesen Jahres, aber auch an den bundesweit bedeutendsten Naziaufmärschen in Dresden (Bombardierung der Stadt im zweiten Weltkrieg), in Bad Nenndorf (britisches Gefangenenlager für deutsche Nazis nach dem Krieg) oder in Dortmund, wo Nazis anlässlich des Jahrestages des deutschen Überfalls auf Polen 1939 demonstrieren, zu sehen ist.
Es geht ihnen mit dieser Umdeutung der Akteur_innen, Orten und Begriffen einerseits darum, den historischen Nationalsozialismus im Ganzen rein zu waschen und ihn damit als Gesellschaftsordnung für die Gegenwart wieder denkbar zu machen. Andererseits versuchen sie so, die nationalsozialistische Vernichtungspolitik gegen Jüd_innen, Rom_nija und Sinti_za, den hundertausendfachen Mord an „Behinderten“, Homosexuellen, Transgender und Antifaschist_innen sowie den Krieg zu verherrlichen.
Weil auch heute Faschist_innen verantwortlich für Übergriffe und Morde an Personen sind, die nicht in ihr nationalsozialistisches Weltbild passen, ist es wichtig sich ihnen gemeinsam in den Weg zu stellen.
Schon in den beiden letzten Jahren gab es massive Proteste gegen die „Heldengedenkmärsche“ und auch in diesem Jahr wollen wir alles daran setzen, eine solche Verherrlichung der Nazis und ihrer Taten unmöglich zu machen. Nachdem bereits 2008 ca. 1000 Menschen gegen den Naziaufmarsch protestiert hatten, nahmen im Jahr darauf etwa 3000 Leute an den Gegenprotesten teil. 2009 beteiligten sich über 700 Menschen an der linksradikalen Vorfelddemo, bei der über die direkten Proteste hinaus, antifaschistische, antikapitalistische und antimilitaristische Inhalte verbreitet wurden.
Es kam zu Blockadeversuchen und vielen kreativen Aktionen – gerade auch von Viertelbewohner_innen – gegen die Nazidemo, die in der Folge nach der Hälfte der Route vom Versammlungsleiter abgebrochen wurde. Auch im Mai diesen Jahres gelang es ca. 4500 Nazigegner_innen einen Marsch durch München-Fürstenried nach wenigen hundert Metern zu blockieren. Zuvor waren bereits etwa 800 Antifas anlässlich des Jahrestages der Befreiung vom Nationalsozialismus durch die Münchner Innenstadt demonstriert.
An diese Erfolge wollen wir auch am 13.11.2010 anknüpfen und mit Euch allen gemeinsam den Naziaufmarsch unmöglich machen, sowie antifaschistische, antikapitalistische, antimilitaristische und linksradikale Inhalte pushen.
Kommt also am 13.11. nach München!
Vermiesen wir den Nazis gemeinsam den Tag!
Für eine befreite, klassenlose Gesellschaft!
*Um symbolisch Raum zu lassen für Menschen, die sich in der zweiseitigen Geschlechterkonstruktion in „Männer“ und „Frauen“ nicht wiederfinden, verwenden wir durchgängig die Schreibweise mit Unterstrich.
Wir schreiben hier bewusst „Soldat_innen“, weil es in Wehrmacht, SS und sonstigen Militäreinheiten auch Frauen gab – freilich zumeist in niedrigeren Dienstgraden. Sie waren nicht nur in der zivilen Unterstützung oder als Arbeiterinnen in der Waffenproduktion und -lieferung tätig, sondern auch als Teil der uniformierten, kämpfenden Truppen aktiv, zum Beispiel als KZ-Aufseherinnen.
Für News und Infos check: actionday.tk
Kundgebung gegen Homophobie und Sexismus auf dem chiemsee reggae 2010
Verfasst von anarkts unter Demonstrationen, Feminismus; Gender- und Geschlechterpolitik, rabatz am 2010/09/08
Am gestrigen Samstag taten Aktivist_innen des rabatz-Bündnisses ihren Unmut über schwulenfeindliche „Künstler“, die Jahr für Jahr am Chiemsee Reggae auftreten können, Kund und thematisierten die ignorierte sexualisierte Gewalt auf dem Festivalgelände. Die Kampagne war insbesondere auf den Headliner und Hasssänger Sizzla ausgerichtet – der wurde im Laufe der Woche aber abgesagt, weil die bösen Autonomen kommen wollten. Dies war auch die Befürchtung der Dorfpolizei, die die Kundgebung mit provinziell-absurden Auflagen und Repressionen überzog. Diese führen am Ende zum verfrühten Abbruch der Kundgebung.
Die CRP Konzertagentur, die den Chiemsee Reggae Summer veranstaltet, ist durch das rabatz-Bündnis – einem Zusammenschluss von neun autonomen Gruppen in Oberbayern, Salzburg und Tirol – bereits 2009 angeschrieben worden. In dem Offenen Brief wurden sie aufgefordert, ein Beratungs- und Präventionskonzept gegen sexualierte Gewalt am Festival zu installieren und keine weiteren homophoben Acts zu buchen. Beides ist nicht eingetreten. Geradezu im Gegenteil wurden mit Athony B und Sizzla zunächst zwei einschlägig als homophob bekannte Acts eingeladen.
Sizzla abgesagt – Kundgebung nicht!
Verfasst von anarkts unter Demonstrationen, Feminismus; Gender- und Geschlechterpolitik, rabatz am 2010/09/08
Am gestrigen Mittwoch, den 26.August, hat die CRP Konzertagentur bekannt gegeben, dass der Auftritt des schulenfeindlichen “Künstlers” Sizzla abgesagt wurde. Mittlerweile ist die gesamte Europa Tour von Sizzla gecancelt.
Die Veranstalter_innen Chiemsee Reggae sind aber alles andere als einsichtig in der Sache. Sie behaupten, es ginge ihnen “um nichts weniger als die körperliche Unversehrtheit der Festivalbesucher, die bei einer Durchführung des Konzertes durch mögliche Übergriffe der Demonstranten nicht gewährleistet werden kann.” Dazu hat die infogruppe rosenheim in einer ersten Stellungnahme bereits reagiert und diese widerlichen Unterstellungen zurückgewiesen. Weiterhin aber fordern sie eine Plattform für Hassprediger wie Sizzla.
In einer Eilentscheidung haben wir heute beschlossen, die Kundgebung und Infostand am Samstag durchzuführen. Ort: Übersee, nahe Fesivalgelände zwischen P3 und P4.
Programm für Samstag:
Redebeiträge (jeweils 15:00 & 17:00 Uhr)
- Nachtleben und Definitionsmacht (ASAB_M)
- Sexuelle Übergriffe auf Festivals (r|am)
- Rassistische Aspekte bei Einreiseverboten für homophobe Künstler (antifa-nt)
- Murder Inna Dancehall
- Zugtreffpunkt München Hbg: 10:15 Uhr. (Gleis 11)
- Zugtreffpunkt Rosenheim: 13:15 Uhr (davor: Critical Mass)
Vortrag (20:00 Uhr)
Anreise
Achtung! Auf der Chiemsee-Reggae Community sind bereits zahlreiche implizite und explizite Gewaltandrohungen gegen Personen, die als “Scheiss-Schwuchteln” oder Linke zu identifizieren seien, im Umlauf. Diese kleine, aber präsente Minderheit ist schwer einzuschätzen. Reist deshalb – wenn möglich – nicht alleine an und ab, passt aufeinander auf.
Auf die Infostände am Freitag und Sonntag werden wir hingegen voraussichtlich verzichten.
Bash Back!- gegen Homophobie und Sexismus auf dem Chiemsee Reggae Summer
Verfasst von anarkts unter Demonstrationen, Feminismus; Gender- und Geschlechterpolitik, rabatz am 2010/09/08
Übersee. Die Kritik am geplanten Auftritt des extrem schwulenfeindlichen “Künstlers” Sizzla am Chiemsee Reggae Summer reisst nicht ab. Linke Gruppen aus Oberbayern, Salzburg und Tirol werden in unmittelbarer Nähe zum Festival deshalb Infostände und eine Kundgebung durchführen und dabei auch die Problematik sexueller Übergriffe und sexualisierter Gewalt bei derartigen Großveranstaltungen thematisieren.

Eine breite Medien- und Internet-Debatte über Reggae und Homophobie, also den Hass auf Schwule und Lesben, hat sich am Fall Sizzla entwickelt. Weitgehend unbeeindruckt davon zeigte sich bislang die veranstaltende CRP-Konzertagentur GmbH. Sie hatten vor einigen Monaten sogar erklärt den “Künstler”, der in seinen Liedern auch zum Mord an Schwulen aufruft, ganz bewusst gebucht zu haben – obwohl es bereits in den Vorjahren massive Kritik an Sizzla und anderen Acts mit verlgeichbaren Botschaften gegeben hatte.
Auch das rabatz-bündnis linker Gruppen aus der Region hatte 2009 in einem “Offenen Brief” darauf hingewiesen. “Unsere Anfragen und Apelle an die Veranstalter_innen blieben allerdings nicht nur unerhört, sondern auch unbeantwortet,” so Anna Jade, Sprecherin der Bündnisses. “Deshalb sehen wir uns genötigt dieses Jahr den direkten Kontakt zu Publikum und Festival zu suchen und über die Schattenseiten des Festivals aufzuklären.”
Zu diesen zählt ihrer Ansicht auch die sexualisierte Gewalt am Festival. Deren Ausprägung liese sich zwar schwer beziffern. Doch die vergleichsweise vielen angezeigten Vergewaltigungen und Sexualdelikte am Chiemsee Reggae deuten darauf hin, dass die Problematik dort sehr verbreitet ist. Deshalb forderte das Bündnis auch ein „Konzept zur umfassenden Information im Vorfeld und für eine qualifizierte Unterstützung Betroffener sexualisierter Gewalt“. Bereits 2009 brachte das RABATZ-Bündnis die „Sichere Wiesn“ aus München als mögliche Strategie ins Gespräch. „Die fachlichen Konzepte existieren und die CRP Konzertagentur hätte jetzt ein Jahr Zeit gehabt zu reagieren. Schlussendlich wäre es wohl nur eine Frage des Geldes, das den Veranstalter_innen wohl wichtiger ist als aktiv etwas gegen sexuelle Übergriffe zu unternehmen,“ beschwert sich Jade.
Bei den Veranstalter_innen sei das Bündnis bislang lediglich auf absolute Ignoranz gestoßen. Deshalb wurde in diesem Jahr der Weg aktiver Präsenz am Reggae Festival gewählt und zwar für das gesamte Wochenende. Ein Aktionskonzept aus Infoständen, Vorträgen und einer Kundgebung am Samstag, den 28. August, soll die Besucher_innen direkt erreichen. Jade gibt sich zuversichtlich: „In den letzten Monaten haben wir schon viele bislang uninformierte Reggae Fans erfolgreich sensibilisieren können.“ Auch eingefleischte Fans seien sich der Problematik oft durchaus bewusst. Doch auch unterschiedliche Ansichten gebe es: „Uns geht es nicht primär darum, dass auf Gewaltaufrufe verzichtet wird. Die Ablehnung von Homosexualität und die Diskriminierung von Lesben, Schwulen, »Bis« und Transgender sind eben keine Meinung, sondern schlicht ein menschenverachtendes Ressentiment. Dagegen und für eine befreite Gesellschaft jenseits von Heteronormativität und Patriarchat treten wir ein,“ ergänzt Jade.
Wer sich dem Wunsch nach einer Reggae-Szene ohne Homophobie und Sexismus anschließen könne, ist deshalb aufgerufen, am Samstag, den 28. August, ab 12.00 Uhr zur Kundgebung zu kommen. Angemeldet ist diese nahe dem Haupteingang des Chiemsee Reggae Summers. Von Freitag bis Sonntag wird dort täglich von mittags bis in die Abendstunde eine Kundgebung mit Infostand stattfinden.
[sbg] Info-VA zu Homophobie und Sexismus anläßlich des Chiemsee Reggae Summers
Verfasst von anarkts unter Feminismus; Gender- und Geschlechterpolitik, rabatz am 2010/09/08
Anlässlich des Chiemsee Reggae Summer (bei welchem der homophobe Hasssänger Sizzla auftritt) findet am Freitag, 13.08.10 um 19:00 Uhr im Infoladen Salzburg (Lasserstrasse 26) eine Infoveranstaltung zu der Thematik “Homophobie und Sexismus in der Reggae-Szene” statt.
Gemäß dem Motto “love reggae – hate homophobia” soll nicht die gesamte Reggae-Szene pauschal diskreditiert oder Reggae und Dancehall als Hass-Musik dargestellt werden, jedoch soll die Hetze von einigen Interpreten gegen Homosexuelle offen angesprochen und kritisiert werden. Bei dem Vortrag werden die verschiedenen Facetten der aktuellen Debatte über Auftrittsverbote und die Verhinderung von Konzerten homophober Künstler_innen beleuchtet. Dabei wollen die Referenten auch die oft rassistisch aufgeladenen Argumentationsmuster in dieser Debatte in den Blick nehmen und kritisieren.
Desweiteren soll über die geplanten Proteste gegen Homophobie und Sexismus auf dem Chiemsee Reggae Summer diskutiert werden.
Rassistische Prügelei: npd Funktionär mit dabei
Verfasst von anarkts unter Antifa, rechte szene ts und umgebung am 2010/09/08
[aida] Mühldorf. Wegen eines gewalttätigen Angriffs auf einen dunkelhäutigen Brasilianer hat das Amtsgericht Mühldorf (Oberbayern) drei Rechtsextremisten zwischen 21 und 34 Jahren zu Geld- und Bewährungsstrafen verurteilt. Der Älteste des rassistischen Trios ist Kreisvorsitzender der örtlichen NPD.
Laut einem Bericht des Oberbayerischen Volksblatts hatten die drei rechtsextremen Gewalttäter Ende Juli 2009 den 36jährigen Brasilianer im Mühldorfer Bahnhof zunächst mit Fragen provoziert, ob er Marihuana verkaufe. Dann hetzten die Rassisten den Mann bis außerhalb des Bahnhofs, wo sie ihn beschimpften und auf ihn einschlugen. Die Hetzjagd ging wieder zurück in das Bahnhofsgebäude; dort im Bahnhofskiosk schlugen die drei Männer erneut auf den Brasilianer ein und rissen ihm mehrere Rasta-Locken aus.


