Archiv für Kategorie Antimilitarismus

03.10.12 [Muc] No ♥ for a deutschland

Am 2. und 3. Oktober finden in München die alljährlichen Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit statt. Deutschland hat dabei offensichtlich allen Grund wieder stolz auf sich zu sein. Auf dem Weltmarkt präsentiert sich der Exportchampion als Krisengewinner und zwingt Länder wie Griechenland zu umfassenden Kürzungen und Privatisierungs-programmen.

Selbstbewusst und mit der moralischen Überlegenheit des geläuterten Aufarbeitungsweltmeisters führt Deutschland Krieg und kann die militärische Absicherung wirtschaftlicher und machtpolitischer Interessen sogar trefflich durch seinen „schmerzhaften und ehrlichen“ Umgang mit der eigenen Geschichte, den sogenannten zwölf dunklen Jahren, legitimieren. Deutschland schiebt ab, sortiert in Nützlinge und Überflüssige und kann die bestehenden Ressentiments, die in der Mitte seiner Gesellschaft grassieren, trefflich einem so genannten Extremismus unterschieben.

Wenn sich das gute Deutschland am 2. und 3. Oktober diesen Jahres feiern lässt, werden wir für die Dissonanzen im Loblied auf den globalen Friedensstifter sorgen. Denn Deutschland, genau wie jede Parteilichkeit mit dem eigenen nationalen Kollektiv und bereits das Konzept der Nation an sich, sind und bleiben scheiße und widersprechen absolut unserer Vorstellung eines schönen Lebens.

Jede Feier in Schwarz, Rot und Gold ist ein Angriff auf den guten Geschmack. Wir laden alle denen das dummdeutsche Selbstgefeiere auf den Geist geht zur lustvollen Nestbeschmutzung am 3. Oktober in München ein.

Infos und mehr auf:

3oktober12.blogsport.de

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Zugtreffpunkt für die Demo in Reichenhall

12:50 Uhr Bahnhof Traunstein (vor dem Bahnhof)

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Neue Antifa Gruppe in Traunstein

In Traunstein gibt es nun eine zweite linskradikale Gruppe:

Anna und Artur

Deren Seite findet Ihr unter:

http://annaarthurts.blogsport.de/

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[Bad Reichenhall] 19.05. Wo die Zeit Urlaub macht 2012

Für die Entnazifizierung und Entmilitarisierung Bad Reichenhalls

Mit einer antifaschistischen Demonstration haben wir im vergangenen Jahr die untragbaren Zustände in Bad Reichenhall thematisiert. Aber es hat sich wenig verändert. Noch immer ist Bad Reichenhall ein Musterbeispiel für die widerliche, geschichtsrevisionistische, militaristische Gedenkpolitik in der oberbayerischen Provinz. Die örtliche Kaserne ist weiterhin nach dem „Schlächter von der Krim“, dem Nazigeneral Konrad benannt und mit der „Kretabrücke“ und der „Kretagedenkfeier“ wird immer noch der deutsche Angriffskrieg auf Kreta glorifiziert. Kein Wunder also, dass sich Neonazis hier besonders wohl fühlen und fast ungestört agieren können. Wir meinen, es darf keine „homezone“ für Neonazis geben und fordern weiterhin die Entnazifizierung und Entmilitarisierung Bad Reichenhalls. Deshalb organisieren wir für Samstag, den 19. Mai 2012 – kurz vor dem Jahrestag des Angriffs der deutschen Wehrmacht auf Kreta – erneut eine Demonstration in Bad Reichenhall.

Reeducate Bad Reichenhall

„Jeder Hochmut gegenüber der Landbevölkerung ist mir fern. Ich weiss, dass kein Mensch etwas dafür kann, ob er ein Städter ist oder im Dorf groß wird. Ich registriere dabei nur, dass wahrscheinlich die Entbarbarisierung auf dem platten Land noch weniger als sonst wo gelungen ist. Auch das Fernsehen und die anderen Massenmedien haben wohl an dem Zustand des mit der Kultur nicht ganz Mitgekommenseins nicht allzu viel geändert. Mir scheint es richtiger, das auszusprechen und dem entgegenzuwirken, als sentimental irgendwelche besonderen Qualitäten des Landlebens, die verloren zu gehen drohen, anzupreisen. Ich gehe so weit, die Entbarbarisierung des Landes für eines der wichtigsten Erziehungsziele zu halten.“

(Theodor W. Adorno, 1966 , Erziehung nach Auschwitz)

[…]
read more: badreichenhall.tk

Mobivideo:

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Skandal beim Tag der offenen Tür in Bad Reichenhaller Bundeswehrkaserne

Beim Tag der offenen Tür in der Bad Reichenhaller General-Konrad-Kaserne hatte die Bundeswehr als „Kinderprogramm“ das Modell einer offensichtlich durch Krieg zerstörten Stadt aufgebaut. Ruinen und kleine Brandherde bestimmten die Szenerie. Zwei Bundeswehrsoldaten ließen unter einem Tarnnetz Kinder mit Waffennachbauten auf die Miniaturstadt schießen. Die Bundeswehr hatte ein Miniatur-Ortsschild für diese Stadt gebastelt: „Klein-Mitrovica“.

Die im Kosovo gelegene Stadt Mitrovica erlangte traurige Berühmtheit, als dort 1999 trotz Anwesenheit der KFOR albanische Nationalisten das gesamte Roma-Viertel des Ortes plünderten und zerstörten. Mehrere tausend Häuser wurden dabei zerstört, ca. 8000 Roma wurden aus dem Ort vertrieben¹.

2004 wurden bei Anti-Serbischen Pogrome, die von Mitrovica ausgingen, viele Häuser und Einrichtungen der serbischen Bevölkerung zerstört, im ganzen Kosovo gab es viele Tote und hunderte zerstörte Häuser².

Im Zuge der Besatzung Jugoslawiens im Zweiten Weltkrieg waren in Mitrovica ab April 1943 Truppen der 1. Gebirgs-Division der Wehrmacht, der auch die Bad Reichenhaller Gebirgsjäger angehörten, stationiert³. Die Vorgängerorganisation der heutigen (Bundeswehr)Gebirgstruppe war dort zur „Partisanenbekämpfung“ eingesetzt. Als Teil der Truppen des nationalsozialistischen Deutschlands waren die Gebirgsjäger an zahlreichen Massakern und Kriegsverbrechen, bspw. auf Kefalonia und auf Kreta beteiligt.

Erst vorletzte Woche hatte das RABATZ-Bündnis mit einer Demonstration auf die ungebrochene Verherrlichung der Wehrmacht durch die Bundeswehr und weite Teile der Reichenhaller Bevölkerung aufmerksam gemacht. Die Antifaschist_innen kritisierten dabei v.a. das sog. „Kretagedenken“, bei dem der deutsche Angriffskrieg gegen Kreta verherrlicht wird.

Dazu erklärt Anna Jade (Sprecherin des RABATZ-Bündnis):

„Die Bundeswehr versucht, schon kleinen Kindern Spaß an Waffen und militärischer Gewalt zu vermitteln. Kindern im Rahmen des Kinderprogramms Waffen in die Hand zu geben und sie auf eine Miniaturstadt schießen zu lassen, ist ein unfassbarer Skandal. Die Bundeswehr hat die Miniaturstadt „Mitrovica“ genannt. Sie verherrlicht damit im Kinderprogramm Pogrome. Dies ist eine widerwärtige Verhöhnung der Opfer.
Wir haben in letzter Zeit mehrfach auf die Verherrlichung von Kriegsverbrechen in Bad Reichenhall aufmerksam gemacht. Durch den neuen Skandal sehen wir uns darin bestätigt, antimilitaristisch und antifaschistisch zu intervenieren. Wir fordern:

  • die sofortige Schließung der nach dem SS-General Rudolf Konrad benannten General-Konrad-Kaserne in Bad Reichenhall
  • eine kritische Aufarbeitung der Geschichte Bad Reichenhalls und ein würdiges Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus.
  • die sofortige Beendigung der Verherrlichung des Nationalsozialismus, der Wehrmacht und der Gebirgstruppe
  • die sofortige Entschädigung der Opfer der nationalsozialistischen Gebirgstruppen und ihrer Angehörigen
  • ein dauerhaftes Bleiberecht für alle Menschen, die aus dem Kosovo nach Deutschland gekommen sind, anstatt der Bagatellisierung der antiserbischen und antiziganistischen Pogrome
  • die sofortige Beendigung von militaristischen Werbeaktionen der Bundeswehr, insbesondere gegenüber Kindern und Jugendlichen
  • den sofortigen Rücktritt der für den Tag der offenen Tür verantwortlichen Personen der Bundeswehr.“

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Antifa Demo in Bad Reichenhall

Am Samstag, den 21. 5. 2011 demonstrierten über 200 Menschen im oberbayrischen Kurort Bad Reichenhall für die Entnazifizierung und Entmilitarisierung des Ortes. Die Demonstration war der bisherige Höhepunkt einer Kampagne des Bündnis RABATZ, deren Ziel es ist, auf die geschichtsrevisionistische, militaristische und den Nationalsozialismus glorifizierende Grundstimmung in Bad Reichenhall und der Region aufmerksam zu machen und dagegen zu intervenieren. So ist die lokale Gebirgsjägerkaserne in Reichenhall noch immer nach dem Nazigeneral Konrad benannt, einem der maßgeblichen militärischen Verantwortlichen für den Vernichtungskrieg auf der Krim, alljährlich Mitte Mai gedenken Altnazikameradschaften, Neonazis, Bunderwehrsoldat_innen und lokale Politprominenz, wie der Reichenhaller Bürgermeister Herbert Lackner dem deutschen Überfall auf Kreta vom 20.5.1941, wo sich auch Reichenhaller Gebirgsjäger an den zahlreichen Massakern an der kretischen Bevölkerung beteiligten. So zum Beispiel auch die 5. Gebirgsjägerdivision aus Reichenhall, die am 1.August 1941 das Dorf Skines zerstörte und 148 kretische Zivilist_innen ermordete. Ein Gedenken an die Opfer der Nazis sucht mensch in Bad Reichenhall jedoch vergeblich.

[weiterlesen auf linksunten.indymedia.org]

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17.05. Bad Reichenhall: Kundgebung gg. Kretagedenken

Im Rahmen der antifaschistischen und antimilitaristischen Kampagne „Wo die Zeit Urlaub macht – Für die Entnazifizierung und Entmilitarisierung Bad Reichenhalls“ fand heute eine Kundgebung gegen das in unmittelbarer Nähe stattfindende geschichtsrevisionistische Kreta Gedenken der Gebirgsjägerkameradschaft Bad Reichenhall statt.
Bei dieser Veranstaltung handelt es sich um eine Feier zu Ehren der beim Kampf um Kreta gefallenen „Reichenhaller Gebirgsjäger“ und ein Gedenken an den Bombenangriff auf die Stadt Reichenhall. Dagegen hatte das Rabatz Bündnis, eine autonome Vernetzung in Oberbayern, Salzburg und Tirol zu einer Kundgebung aufgerufen.

Während auf der einen Seite der Straße Antifas in Redebeiträgen das geschichtsrevisionistische Gedenken scharf kritisierten, bemühten sich auf der anderen, Alt- und Neonazis sowie Bundeswehr-Rekruten der Reichenhaller Gebirgsjäger gemeinsam mit Bad Reichenhalls Oberbürgermeister Herbert Lackner, ihr Gedenken trotz der lautstarken Proteste abzuhalten, das in den letzten 40 Jahren ungestört statt finden konnte. Das war diesmal allerdings nur in Teilen möglich, da die Teilnehmer_innen die Reden, die immer wieder von Musik und Parolen übertönt wurden, nicht verstehen konnten. Sie entrüsteten sich wiederholt über “pietätlose Parolen” wie „Hoch die Partisan_innen“ und die lautstark abgespielte Musik.
Trotz des ungünstigen Termins (Dienstag Mittag) gelang es der überschaubaren Zahl Antifas das Gedenken spürbar zu stören und zum verfrühten Abbruch zu zwingen.

Als Höhepunkt der Kampagne „Wo die Zeit Urlaub macht“ wird eine Demonstration am kommenden Samstag 21.5. stattfinden.

Anlässlich des 70. Jahrestags der deutschen Invasion auf Kreta ruft die autonome Vernetzung “Rabatz” dazu auf, am Samstag, den 21.05.2011 in Bad Reichenhall gegen rechte Traditionspflege, Nazis und den millitaristischen, nationalistischen deutschen Normalzustand zu demonstrieren.

Die Demo wird um 14 Uhr am Bahnhof Bad Reichenhall/Kirchberg starten.

Für weitere Infos checkt:
http://badreichenhall.org

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21.05.11 Bad Reichenhall – Wo die Zeit Urlaub macht

21.05.2011 – Von Mittenwald nach Bad Reichenhall
Wo die Zeit Urlaub macht
Für die Entnazifizierung und Entmilitarisierung Bad Reichenhalls!

Am 20. Mai 1941 griff die deutsche Wehrmacht (u.a. „Gebirgsjäger“ aus Bad Reichenhall) die griechische Insel Kreta an, hielt sie bis zum 9. Mai 1945 besetzt und beging dort zahlreiche Kriegsverbrechen. Über 3500 Zivilist_innen wurden als Partisan_innen und deren Unterstützer_innen hingerichtet und über 30 Dörfer komplett zerstörte. Zum 70. Jahrestag der deutschen Invasion auf Kreta rufen wir dazu auf, am Sa, 21.05.2011 in Bad Reichenhall gegen rechte Traditionspflege, Nazis und den millitaristischen, nationalistischen deutschen Normalzustand zu demonstrieren.

[weiterlesen auf badreichenhall.org]

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Mobivideo zum antifa actionday

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[muc] Aufruf der antifa nt zum Antifa-Actionday 13.11.10

Am 13. November 2010 wird in München zum zweiten Mal der Antifa Actionday stattfinden. Anlass hierfür ist der mittlerweile dritte Versuch von Nazis einen so genannten „Heldengedenkmarsch“ durchzuführen. Wir wollen an diesem Tag mit einer Demonstration gemeinsam antifaschistische, linksradikale Inhalte auf die Straße tragen und jeglicher Verherrlichung des Nationalsozialismus und der Verdrehung der Geschichte unseren entschiedenen Widerstand entgegensetzen.


Heldenverklärung und Geschichtsrevisionismus

Die Nazis wollen mit ihrem Aufmarsch die Soldat_innen¹ von Wehrmacht und SS-Truppen als „Helden“ darstellen und deren Taten relativieren beziehungsweise als „Heldentum“ beweihräuchern. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sie ihren geplanten Aufmarsch als „Heldengedenken“ titulieren und mit dieser Benennung ganz gezielt an dessen nationalsozialistische Tradition anknüpfen, wobei sie mit den deutschen Armeen eine der zentralen Säulen des nationalsozialistischen Deutschlands glorifizieren.
Hierbei bedienen sie sich verschiedener Strategien:
So sollen die Verbrechen der Nazis relativiert werden, indem die Einzigartigkeit des Ausmaßes und die spezifische Verfasstheit in Zweifel gezogen werden. Dazu werden sie mit anderen historischen Ereignissen auf eine Ebene gestellt. Exemplarisch hierfür ist die von der extremen Rechten oft verwendete Bezeichnung „Bombenholocaust“ des alliierten Bombardements Dresdens im Jahr 1945. Der industrielle Massenmord an Millionen Menschen wird in zynischer Weise mit den Kriegseinsätzen der Alliierten, die den Nationalsozialismus letztendlich beendeten, gleichgesetzt.
Des weiteren soll durch die schlichte Leugnung von Fakten, Taten und Ereignissen die Geschichte verdreht werden. So vertreten Nazis auch heute noch die abstruse These, dass Deutschland den Zweiten Weltkrieg nicht begonnen habe. Auf dem so genannten „Nationalen Antikriegstag“ wird seit einigen Jahren in Dortmund von Nazis allen Ernstes noch die Propaganda des „Verteidigungskrieges gegen Polen“ verbreitet. Zentral ist außerdem die Verharmlosung des Holocaust, bei dem beispielsweise die Opferzahlen massiv heruntergelogen werden. Dies geht hin bis zur kompletten Leugnung des Geschehenen.
All diese Strategien laufen letztendlich auf das gleiche Ziel hinaus. Am Ende sollen historische Tatsachen so weit verdreht sein, dass der Aggressor Nazideutschland als das eigentliche Opfer des Zweiten Weltkrieges erscheint. Nicht ohne Grund ist Geschichtsrevisionismus seit Jahren eines der beliebtesten Betätigungsfelder von Nazis und anderen Rechten in Deutschland. Über diesen Versuch des Reinwaschens soll letztendlich der Nationalsozialismus als Ganzes rehabilitiert werden, um ihn auch im Hier und Jetzt wieder als denk- und umsetzbar präsentieren zu können. So bezieht sich der Geschichtsrevisionismus der Nazis nicht nur auf die Vergangenheit, sondern hat in seiner Konsequenz auch für heute politische Ziele.
Diese Auffassungen der Nazis haben relativ wenig mit deren angeblicher oder tatsächlicher geschichtlicher Unkenntnis zu tun. Deswegen ist es auch mehr als müßig zu meinen, dagegen einzig mit dem Aufzeigen der korrekten Fakten vorgehen zu können. Wahnhaft irrationale Weltanschauungen, wie die der Nazis, sind in ihrer Konzeption obendrein relativ resistent gegen von außen herangebrachte auf Vernunft basierende Argumentationen und Faktenlagen. Antifaschismus muss diese Ideologien als das begreifen und angreifen, was sie sind: Real wirkmächtige, politische Projekte und eben kein rein „falsches Wissen“.

Deutscher Militarismus

Das Abfeiern deutschen „Soldatentums“ ist in diesem Kontext sowohl Ausdruck als auch Mittel zur Festigung und Durchsetzung nationalsozialistischer Ideologiefragmente. Die deutschen Armeen waren nicht nur für die kriegerische Politik Deutschlands notwendig. Männliche Soldaten waren die gesellschaftliche Vorbildrolle schlechthin im Nationalsozialismus.
Von Partei bis hin zur Jugenderziehung in Hitlerjugend (HJ) und Bund deutscher Mädel (BDM), vom Kulturbetrieb bis zur Alltagssprache waren so gut wie alle gesellschaftlichen Institutionen nach militärischem Vorbild aufgebaut und daran ausgerichtet. Das Prinzip des Kampfes und des Krieges hatte grundlegende Bedeutung.
Die Welt durch eine klare Grenzziehung zwischen „Wir-Gruppe“ und „den Anderen“ einzuteilen ist ein Kernelement von Ungleichheitsideologien wie dem Nationalsozialismus. Beim Militär findet diese zweigeteilte Logik ihren Ausdruck im Denken in „Kameraden“ und „Feinden“ ². Ein Dazwischen gibt es nicht.
Militarismus findet sich nicht nur bei Nationalsozialist_innen. Zwar ist die Wehrmacht beim Gros der hiesigen Bevölkerung nicht mehr allzu hoch angesehen, aber militärische Tugenden finden dennoch ein nicht unerhebliches Echo. Männlichkeitskult, Disziplin oder Gehorsam bestimmen nicht nur die Naziszene oder die Bundeswehr sondern weit mehr gesellschaftliche Bereiche. Der so genannte „Volkstrauertag“, der den Nazis als Anlass zu ihrem Marsch dient, ist trotz der teilweise gezogenen Verbindungslinien und Kontinuitäten zu Wehrmacht und SS zwar eine militaristische und nationalistische, aber keineswegs eine allein nazistische Veranstaltung. Erstmals 1922 zur Glorifizierung der „deutschen Soldaten“ des ersten Weltkrieges durchgeführt – 1934 von den Nazis zum „Heldengedenken“ erweitert – wird dieses Spektakel in der BRD seit 1952 wieder offiziell begangen. Undifferenziert soll mit Kranzabwürfen und einer „Feierstunde“ im Bundestag pauschal der Opfer von Krieg und Gewalt gedacht werden. Die Grenzen zwischen Opfern und Täter_innen werden hierbei gänzlich außer Acht gelassen. Ziel dieser Veranstaltung ist es auch, mit dem Verweis auf die Geschichte deutscher Armeen, deren gegenwärtige Taten zu legitimieren und deren Positionen zu stärken. Der „Volkstrauertag“ ist nach wie vor integraler Teil militaristischer Diskurse und Praxen in Deutschland.
Konkret führt Deutschland seit 1999 wieder weltweit Krieg. Damit einher geht dessen ideologische Festigung und die Militarisierung der Gesellschaft. An den meisten Schulen und Ausbildungsstätten kann die Bundeswehr ungestört auf Werbefeldzug gehen und seit dem G8-Gipfel in Heiligendamm auch wieder im Inneren eingesetzt werden. Seit Jahren finden vermehrt „Gelöbnis“ genannte, öffentliche Vereidigungen neuer Rekrut_innen statt, um deren Rückhalt in der Bevölkerung zu stärken. Und dass die paramilitärische Organisation „Frontex“ an den EU-Außengrenzen versucht, Migration zu „managen“ ist eine weitere Facette zunehmender Militarisierung der Zustände.

Militär und Männlichkeit

Es greift zu kurz, Militarismus ohne den Bezug auf den Faktor Geschlechtlichkeit zu kritisieren. Geschlechter sind nichts naturgegebenes; sie sind sozial konstruiert, von Menschen gemachte Verhältnisse. Heutige Vorstellungen von „männlich“ und „weiblich“ sind zweigeteilt, Menschen sollen hiernach entweder „Männer“ oder „Frauen“ sein. Beiden werden gegenteilige Eigenschaften zu- beziehungsweise abgesprochen. Durch die Einteilung in „Männer“ und „Frauen“ werden alle Menschen in ein Hierarchiesystem gestellt. Hinzu kommt, dass es nichts außerhalb dieser Logik geben soll. Menschen, die den herrschenden Geschlechterlogiken nicht entsprechen oder nicht entsprechen wollen erfahren dafür mitunter massive gesellschaftliche Sanktionierungen.
Das Militär ist eine spezifische Form männlicher Zurichtung. Ihm unterliegen klar als „männlich“ konstruierte Eigenschaften, wie Macht, Dominanz, Härte, Disziplin und Gehorsam, männerbündelnde Kameradschaften, (waffen-)technologisches Expertentum und aggressiv-gewalttätiges Verhalten.
Der Faktor der Männlichkeit beim Militär ist auch an dessen Kehrseite erkennbar. So wird Kriegsdienstverweigerung häufig mit „unmännlichen“ Attributen, wie Feigheit, Inkonsequenz oder Schwäche dargestellt. Ebenso waren und sind sexualisierte Gewalt und Krieg immer miteinander verbunden. Kein Krieg findet ohne systematische Übergriffe und Vergewaltigungen statt. Und nicht erst seit den Folterungen von Abu Ghraib kommt es zu sexualisierter Gewalt gegen Gefangene als Mittel zur Erniedrigung und Unterwerfung.
Normative Vorstellungen von Männlichkeit sind nichts Statisches. Sie stehen innerhalb diskursiver Felder und sind stetigen internen – mal kleineren, mal größeren – Wandlungen unterworfen. Es gibt verschiedene Vorstellungen dessen, was als „männlich“ gelten darf, die teilweise auch in Konkurrenz zueinander stehen. So sind die stetig abnehmenden Zahlen derer, die sich bei der Bundeswehr verpflichten, sicherlich kein Indiz dafür, dass die hiesigen Verhältnisse weniger patriarchal geworden sind. Krieg wurde und wird auch nicht ausschließlich von „Heteromännern“ geführt (siehe dazu Fußnote 1) und Frauen dürfen jetzt auch den „Dienst an der Waffe“ tun. Dennoch sind die zugrunde liegenden Prinzipien und Machtstrukturen trotz verschiedener Wandlungen immer noch männlich-patriarchal.
Antimilitaristische Praxis muss gegen die konkreten Ziele, Institutionen und Organisationen ebenso vorgehen wie gegen deren elementare Prinzipien wie eben Männlichkeit und das mit dem Blick auf Transformation, Wechselwirkungen und Widersprüche.

Antifa feat. Gesellschaftskritik

Als emanzipatorische Linke gehen wir gegen Nazis vor, weil sie, neben der realen Gefahr die von ihnen ausgeht, so ziemlich all unseren Vorstellungen eines schönen Lebens diametral entgegenstehen. Unsere Ablehnung macht sich nicht daran fest, dass Nazis eine Abweichung des bürgerlich-demokratischen Mainstreams seien oder damit dem „Standort Deutschland“ schaden. Nazis entstammen diesen gesellschaftlichen Verhältnissen, mit denen wir als Linke tagtäglich im Konflikt stehen. Sie sind nicht davon losgelöst.
Nun leben wir momentan definitiv nicht in faschistischen Zuständen, doch Ideologien wie Rassismus, Antisemitismus oder Heteronormativität durchziehen und bestimmen auch diese Gesellschaft ebenso wie die kapitalistische Verwertungslogik Menschen weltweit von ökonomischer und gesellschaftlicher Teilhabe ausschließt. Deutschland schiebt ab und führt Krieg, antisemitische Stereotype sind weit verbreitet, in Folge der Sarrazin-Debatte formiert sich gerade ein Diskurs mit übelst rassistischer Hetze und nicht nur bei Aufmärschen von christlichen Fundamentalist_innen finden sich sexistische Gesellschaftsbilder. Nazis müssen Vorstellungen sozialer und politischer Ungleichheit nicht neu erfinden, diese sind für kapitalistische Gesellschaften konstitutiv. Sie knüpfen an gesamtgesellschaftliche Diskurse an und radikalisieren diese. Somit wird Antifaschismus erst mit diesem Blick aufs Ganze konsequent und weit mehr als Symptombekämpfung.

In diesem Sinne:

Kommt alle am 13. November nach München zur antifaschistischen, linksradikalen Demonstration.
Gegen Naziaufmarsch, Militär und kapitalistischen Normalbetrieb!
Für eine befreite
Gesellschaft!


Antifa-Demo: 10:30 Platz der Opfer des Nationalsozialismus

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¹Um symbolisch Raum zu lassen für Menschen, die sich in der zweiseitigen Geschlechterkonstruktion in „Männer“ und „Frauen“ nicht wiederfinden, verwenden wir durchgängig die Schreibweise mit Unterstrich. Wir schreiben hier bewusst „Soldat_innen“, weil es in Wehrmacht, SS und sonstigen Militäreinheiten auch Frauen gab – freilich zumeist in niedrigeren Dienstgraden. Sie waren nicht nur in der zivilen Unterstützung oder als Arbeiterinnen in der Waffenproduktion und -lieferung tätig, sondern auch als Teil der uniformierten, kämpfenden Truppen aktiv, zum Beispiel als KZ-Aufseherinnen.

²Diese in Anführungszeichen stehenden Begriffe beschreiben keine realen Personen. Daher benutzen wir hier auch keine gegenderte Sprache.

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für weitere Infos check: www.actionday.tk

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