Demo gegen NPD in Halsbach am 3.10.08


Heute fand in Halsbach eine Demonstration gegen die npd statt. Die npd hatte in der nahe Traunstein gelegenen Gemeinde ein Wirtshaus gepachtet, um dort ein Schulungszentrum und einen rechten Club einzurichten.

Indymedia-Artikel

Während dieser von bürgerlicher Seite angemeldeten Demo kam es immer wieder zu Anfeindungen der Bürgerlichen, vor allem Ordner_innen gegenüber Antifas. Den traurigen Höhepunkt dieser Demonstration stellte die Abschlusskundgebung dar, dort sprach der Vorstand des örtlichen Soldaten- und Kriegervereins.
Die npd Faschos um Norman Bordin konnten ungehindert von einem Balkon des Gasthauses antifas ablichten.

Ca 750 Menschen kamen heute trotz herbstlichen Regenwetters nach Halsbach, um ihren Unmut gegenüber dem Einzug der npd in das örtliche Wirtshaus deutlich zu machen. Bereits bei der Anreise kam es zu schikanösen Kontrollen der Bullen.

Gegen 15 Uhr startete dann die Demo, welcher sich auch geschätzte 40 Antifas anschlossen. Als dieser kleine Antifablock dann vor dem Gasthof Gruber, in welchem sich die npd eingenistet hatte, stehen bleiben wollte, um lautstarken Protest den vom Balkon herunterfotografierenden Faschos entgegen zu werfen. Obwohl es bis auf einen Böller und einen Steinwurf friedlich blieb, versuchten trotzdem die Demoordner_innen sich als Hilfsbullen aufzuspielen. Teilweise wandten sie körperliche Mittel an, um die Antifas zum Weitergehen zu bringen, denn die Demo sollte nicht allzulange dort stehen bleiben; am ca 500 m entfernten Abschlusskundgebungsort könne der Protest genauso gut vermittelt werden und wir als Linksextremist_innen seien doch genau dieselben (O-Ton einiger Ordner).
Schließlich ließen sich die Antifas doch zum Weitergehen zwingen (auch durch die Präsenz des USK).

Nach weiteren Diskussionen und einer vertanenen Chance doch noch direkt vor dem Gasthof stehen zu bleiben, blieb nichts anderes übrig als an der Abschlusskundgebung teilzunehmen. Das USK hatte gemeinsam mit den Ordner_innen die Strasse abgeriegelt, so dass an ein Durchkommen nicht mehr zu denken war.

Bei der Abschlusskundgebung kam es dann zum nächsten Vorfall. Als ein Verteter der Soldaten- und Kriegerkameradschaft als Redner angekündigt wurde, führte das verständlicherweise zu lautstarken Protesten der Antifas. Hier stellte sich die Frage, warum auf einer Demonstration gegen faschistische Strukturen einer Organisation, welche sich aus NS-Veteranen und ausgeschiedenen Bundeswehrsoldat_innen zusammensetzt das Wort gewährt wird, Antifaschist_innen allerdings nicht. Als die Anfeindungen überhand nahmen, hatten die Meisten logischerweise die Schnauze voll und verließen die Veranstaltung. Bei der Abreise kam es wieder zu Kontrollen, diesmal von der Kripo.

Abschließend bleibt zu sagen, dass es für Südostbayern genau wie überall eine Katastrophe darstellt, wenn die npd in Halsbach ein Schulungszentrum, sowie einen rechten Club etabliert. Und natürlich ist hier jede Art von Protest richtig und wichtig. Kommt es allerdings zu Vorfällen wie am heutigen Tag, dass mensch als linksradikaleR, autonomeR, anarchistIn, punk oder antifa von vielen Halsbacher_innen angefeindet wird, stellt sich die Frage, worum es den Bürger_innen wirklich geht und ob hier wirklich für die Zukunft Bündnisse eingegangen werden sollten oder ohne bürgerliche Beteiligung agiert wird.

Trotzdem nehmen wir etwas Positives vom heutigen Tag mit…es war tatsächlich möglich, innerhalb kürzester Zeit ca 40 Menschen linksradikaler Natur zu mobilisieren, und das in einer stockkonservativen Region. Deshalb hoffen wir für die Zukunft, dieses Problem aus der Welt schaffen zu können, mittels einer in den nächsten Wochen anlaufenden südostbayernweit koordinierten Kampagne zur Unterstützung antifaschistischer Subkultur und vielleicht auch mit einer bayernweiten antifa Mobilisierung.

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